Blumen vertrocknet am Viktualienmarkt
Politische Verantwortung: Kritische Fragen an den grünen Oberbürgermeister
Inzwischen richtet sich die Debatte auch an die Münchner Rathausspitze. Dominik Krause von den Grünen ist seit dem 1. Mai 2026 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt. "Die Parteizugehörigkeit und sein Amtsantritt werden auf der offiziellen Internetseite der Stadt genannt." (https://stadt.muenchen.de/infos/oberbuergermeister.html)
Die CSU-Stadtratsfraktion hat am 26. August eine formelle Anfrage an den Oberbürgermeister gerichtet. Darin will sie unter anderem wissen, wer innerhalb der Stadtverwaltung für Pflege und Bewässerung zuständig ist, warum beides angesichts des Zustands der Bäume offenbar nicht funktioniert hat, was künftig verbessert werden soll und wie viel die Aufstellung der Bäume kostete. "Die Anfrage ist im Wortlaut auf der Seite der CSU-Stadtratsfraktion veröffentlicht." (https://csu-stadtrat-muenchen.de/ausgedorrte-baeume-auf-dem-viktualienmarkt/)
Damit steht eine politisch zugespitzte Frage im Raum: Musste das Wassersparen tatsächlich so weit gehen, dass am Ende die Natur selbst darunter litt und wertvolle Bäume nicht mehr ausreichend gegossen wurden? Der Unmut über den Zustand der Pflanzen ist nachvollziehbar, und als Oberbürgermeister muss sich auch der Grünen-Politiker kritischen Fragen zur Organisation und Kontrolle der Verwaltung stellen.
Die Behauptung, die meisten Einwohner Münchens gäben Dominik Krause persönlich die Schuld, lässt sich derzeit allerdings nicht als gesicherte Tatsache veröffentlichen. Eine repräsentative Umfrage speziell zu den vertrockneten Bäumen und zur persönlichen Verantwortung des Oberbürgermeisters ist bislang nicht bekannt. Politischer Unmut, einzelne öffentliche Reaktionen und eine belegte Mehrheitsmeinung dürfen journalistisch nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Auch zwischen den Wassersparmaßnahmen und den Schäden an den Platanen ist bislang kein direkter ursächlicher Zusammenhang belegt. Als die Stadt im Juli die Wassernutzung einschränkte, lag der tägliche Verbrauch nach städtischen Angaben zeitweise bei mehr als 360 Millionen Litern statt üblicherweise rund 300 Millionen Liter.
Die Regeln begrenzten vor allem private Nutzungen. Öffentlich oder gewerblich genutzte Bepflanzungen waren von den wesentlichen Gießverboten ausgenommen. "Auch BR24 dokumentierte diese Ausnahmen in seiner Übersicht der damaligen Regeln." (https://www.br.de/nachrichten/bayern/muenchen-verhaengt-strikte-wasser-verbote-hohes-bussgeld-droht,VPLnZCS)
Die öffentliche Wassersparverfügung kann deshalb nicht automatisch als Erklärung dafür dienen, dass die Pflanzen am Viktualienmarkt möglicherweise zu wenig Wasser erhielten. Zu klären ist vielmehr, ob es darüber hinaus interne Sparvorgaben gab, ob beauftragte Firmen die Regeln falsch auslegten, ob Bewässerungsintervalle reduziert wurden oder ob ganz andere Standort- und Pflanzprobleme vorlagen. Dafür gibt es momentan noch keine abschließenden Belege.
Die politische Führung der Stadt darf sich dabei nicht einfach hinter beauftragten Firmen oder ungeklärten Zuständigkeiten verstecken. Oberbürgermeister Dominik Krause und die verantwortlichen Stellen müssen transparent darlegen, ob die Wassersparpolitik irgendeinen Einfluss auf die Pflege der Bäume hatte. Solange ein solcher Zusammenhang nicht nachgewiesen ist, wäre es jedoch voreilig, ihm persönlich die unmittelbare Schuld am Vertrocknen der Platanen zuzuweisen.
Leserfrage: Was meinen Sie? Trägt die Münchner Rathausspitze um Oberbürgermeister Dominik Krause politische Mitverantwortung – oder liegt das Versagen vor allem bei Pflege, Kontrolle und den beauftragten Firmen? Musste das Wassersparen so weit gehen, dass die Natur darunter litt?