Heute Sirenenprobe 11 Uhr!
6m 20s nachgedacht
BAYERN REGIONAL NEWS – BAYREGNEWS.DE
BUNDESWEITER WARNTAG
Heute heulen die Sirenen und Handys schlagen Alarm: Bayern testet seine Warnsysteme
Um 11 Uhr beginnt die große Probewarnung – Entwarnung gegen 11.45 Uhr – Auch zahlreiche Gemeinden im Berchtesgadener Land beteiligen sich
Bayern/Berchtesgadener Land/Traunstein – Donnerstag, 10. September 2026. Wenn heute Vormittag plötzlich Mobiltelefone laut Alarm schlagen, Warn-Apps Meldungen anzeigen und vielerorts die Sirenen heulen, besteht kein Grund zur Sorge: Es handelt sich um den sechsten Bundesweiten Warntag. Bund, Länder, Landkreise und Kommunen überprüfen gemeinsam, ob die verschiedenen Warnsysteme im Ernstfall zuverlässig funktionieren.
Um 11 Uhr verschickt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine zentrale Probewarnung über das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS. Gegen 11.45 Uhr soll die bundesweite Entwarnung erfolgen. Auch in Bayern werden Cell Broadcast, die Warn-Apps NINA und KATWARN sowie zahlreiche örtliche Sirenen und weitere Warnmittel getestet.
Was passiert heute um 11 Uhr?
Die Probewarnung wird von der Nationalen Warnzentrale über MoWaS an zahlreiche angeschlossene Stellen weitergeleitet. Dazu gehören unter anderem Radio- und Fernsehsender, Warn-Apps, digitale Anzeigetafeln sowie die Mobilfunknetzbetreiber für Cell Broadcast.
Parallel lösen viele Städte, Märkte und Gemeinden ihre örtlichen Warnmittel selbst aus. Abhängig von der vorhandenen Technik können Sirenen, mobile Sirenen, Lautsprecherfahrzeuge oder digitale Stadtinformationstafeln zum Einsatz kommen.
Weil die Meldung über unterschiedliche technische Wege weitergegeben wird, müssen nicht sämtliche Alarme auf die Sekunde genau gleichzeitig eintreffen. Zwischen einer Sirene, einer Warn-App und der Cell-Broadcast-Nachricht auf dem Mobiltelefon können kleinere zeitliche Abweichungen auftreten.
Wichtig: Die heutige Warnung ist ausschließlich eine Übung. Es besteht keine akute Gefahr und es ist kein Notruf erforderlich.
Das bedeutet der Sirenenton
In den teilnehmenden bayerischen Kommunen soll zur Warnung der Bevölkerung ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton ausgelöst werden. Dieses Warnsignal bedeutet im Ernstfall:
- Ruhe bewahren,
- Radio einschalten oder Warn-App öffnen,
- auf amtliche Meldungen und Verhaltensanweisungen achten,
- Nachbarn sowie hilfsbedürftige Menschen informieren.
Wo anschließend auch über Sirenen entwarnt wird, ist in Bayern ein gleichbleibender Heulton von einer Minute Dauer vorgesehen.
Davon zu unterscheiden ist die klassische Alarmierung der Feuerwehr: Sie besteht aus drei gleichbleibenden Tönen von jeweils zwölf Sekunden Dauer, zwischen denen jeweils eine Pause von zwölf Sekunden liegt.
Dass in einer Gemeinde keine Sirene zu hören ist, bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht funktioniert hat. Die Beteiligung der Kommunen am Bundesweiten Warntag ist freiwillig und hängt davon ab, welche Sirenen und sonstigen Warnmittel vor Ort vorhanden und technisch einsatzbereit sind.
Cell Broadcast: Der Alarm kommt direkt auf das Handy
Besondere Aufmerksamkeit gilt erneut dem Mobilfunkdienst Cell Broadcast. Dabei handelt es sich nicht um eine gewöhnliche SMS und auch nicht um eine Nachricht einer bestimmten App. Die Warnmeldung wird direkt über die jeweilige Mobilfunkzelle an alle empfangsbereiten Geräte in diesem Bereich ausgesendet.
Eine vorherige Registrierung, die Angabe einer Telefonnummer oder die Installation einer zusätzlichen App ist nicht erforderlich. Der Versand erfolgt anonym und datensparsam. Die warnende Behörde erfährt weder die Rufnummer noch den Namen oder den Standort der Empfänger.
Die Nachricht erscheint mit einem auffälligen Signalton, einer Anzeige und meist auch einer Vibration. Der kurze Text informiert darüber, dass es sich um eine amtliche Probewarnung handelt. Weiterführende Informationen können über Warn-Apps, Rundfunk oder das Bundeswarnportal abgerufen werden.
Welche Voraussetzungen muss das Mobiltelefon erfüllen?
Nach Angaben des BBK sind neuere Geräte grundsätzlich für Cell Broadcast geeignet, wenn mindestens Android 11 beziehungsweise iOS 16.1 installiert ist. Außerdem muss das Mobiltelefon:
- eingeschaltet sein,
- über Mobilfunkempfang verfügen,
- in einer funktionierenden Funkzelle angemeldet sein,
- sich außerhalb des Flugmodus befinden,
- möglichst über die neuesten verfügbaren Systemaktualisierungen verfügen.
Eine Warn-App ist für Cell Broadcast nicht notwendig. Trotzdem ist es sinnvoll, zusätzlich NINA oder KATWARN zu installieren. Diese Apps können längere Warntexte, Karten und genauere Handlungsempfehlungen anzeigen.
Bei NINA sollten die gewünschten Orte – beispielsweise Wohnort, Arbeitsplatz oder Aufenthaltsort von Angehörigen – abonniert und die Benachrichtigungen zugelassen werden.
Was tun, wenn das Handy nicht alarmiert?
Bleibt das Mobiltelefon heute um 11 Uhr still, muss nicht sofort von einem vollständigen Ausfall des Warnsystems ausgegangen werden. Mögliche Ursachen können sein:
- ein älteres oder nicht kompatibles Gerät,
- ein fehlendes Betriebssystem-Update,
- aktivierter Flugmodus,
- ausgeschaltetes Mobiltelefon,
- fehlender Mobilfunkempfang oder ein Funkloch,
- deaktivierte Notfallwarnungen,
- technische Verzögerungen beim Mobilfunknetzbetreiber.
Auf Android-Geräten lässt sich in den Einstellungen meist nach den Begriffen „Notfallwarnungen“, „Drahtlose Notfallwarnungen“ oder „Cell Broadcast“ suchen. Die genaue Bezeichnung unterscheidet sich je nach Hersteller und Betriebssystem.
Wer keine Meldung erhält, sollte deshalb seine Einstellungen und Aktualisierungen überprüfen. Für den Ernstfall bleibt jedoch entscheidend, sich niemals nur auf einen einzigen Warnweg zu verlassen. Sirenen, Radio, Fernsehen, Warn-Apps, Internetseiten, digitale Tafeln und Lautsprecherdurchsagen ergänzen sich gegenseitig.
Auch eine Entwarnung kann auf dem Mobiltelefon weniger auffällig erscheinen als die eigentliche Warnung. Bei einem bayerischen Probealarm im März 2026 wurde die Cell-Broadcast-Entwarnung beispielsweise stumm in der niedrigsten Warnstufe ausgesendet. Je nach Geräteeinstellung wurde sie deshalb nicht auf jedem Handy angezeigt.
Diese Gemeinden im Berchtesgadener Land beteiligen sich
Nach der aktuellen Teilnehmerübersicht des Bayerischen Innenministeriums mit Stand vom 8. September 2026 sind im Berchtesgadener Land Sirenenwarnungen in folgenden Kommunen vorgesehen:
Anger, Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Berchtesgaden, Bischofswiesen, Laufen, Marktschellenberg, Piding, Ramsau bei Berchtesgaden, Saaldorf-Surheim, Schneizlreuth, Schönau am Königssee und Teisendorf.
Zusätzlich sind mobile Sirenen für Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Laufen, Schönau am Königssee und Teisendorf in der Übersicht eingetragen.
Freilassing und Ainring werden in der veröffentlichten Teilnehmerliste nicht als eigenständige Teilnehmer an der örtlichen Sirenenwarnung aufgeführt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Menschen dort keine Probewarnung erhalten: Die bundesweit ausgelösten Meldungen über Cell Broadcast und Warn-Apps können auch dort auf den Mobiltelefonen eintreffen.
Für den Landkreis Traunstein sind in der Übersicht eine Sirenenwarnung und zusätzlich das Alarmierungssystem ALAMOS eingetragen.
Warum der Warnmittel-Mix so wichtig ist
Eine einzelne Warnmöglichkeit kann niemals sämtliche Menschen zuverlässig erreichen. Manche Bürger hören eine Sirene in geschlossenen Gebäuden möglicherweise nicht. Andere besitzen kein Smartphone, befinden sich in einem Funkloch oder haben keine Warn-App installiert. Wieder andere nehmen eine Rundfunkmeldung nicht wahr.
Deshalb setzen die Behörden auf einen sogenannten Warnmittel-Mix. Fällt ein Weg aus oder wird eine Meldung dort nicht wahrgenommen, sollen andere Warnkanäle einspringen.
Im Ernstfall können solche Warnungen beispielsweise bei Hochwasser, schweren Unwettern, großen Bränden, gefährlichen Rauchgasen, Schadstoffaustritten, länger andauernden Stromausfällen oder anderen außergewöhnlichen Gefahrenlagen notwendig werden. Entscheidend ist, dass die Bevölkerung schnell erreicht wird und konkrete Anweisungen erhält.
Bei der Online-Auswertung des Warntags 2025 gaben 97 Prozent der Befragten an, über mindestens einen Warnkanal erreicht worden zu sein. 75 Prozent nahmen die Warnung über Cell Broadcast wahr. Die Zahlen zeigen zugleich, warum regelmäßige Tests und mehrere parallele Warnwege notwendig bleiben.
Im Ernstfall immer auf den Inhalt der Warnung achten
Eine Sirene allein kann zunächst nur Aufmerksamkeit erzeugen. Sie erklärt noch nicht, welche Gefahr besteht und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind. Deshalb sollten Betroffene im Ernstfall unverzüglich zusätzliche Informationen über Warn-Apps, Radio, Fernsehen, das Internet oder behördliche Mitteilungen abrufen.
Je nach Gefahrenlage kann es beispielsweise erforderlich sein, ein Gebäude aufzusuchen, Fenster und Türen zu schließen, Lüftungsanlagen abzuschalten oder ein bestimmtes Gebiet zu verlassen. Maßgeblich sind immer die konkreten Anweisungen der zuständigen Behörden.
Die Notrufnummern 110 und 112 dürfen nicht für allgemeine Nachfragen zu einer Warnmeldung blockiert werden. Sie sind ausschließlich für tatsächliche Notfälle bestimmt.
Bürger können ihre Erfahrungen melden
Das BBK bittet die Bevölkerung auch in diesem Jahr um Rückmeldung. Vom 10. bis zum 17. September 2026 kann unter "warntag-umfrage.de" (https://www.warntag-umfrage.de) angegeben werden, über welche Warnwege die Probewarnung und die Entwarnung angekommen sind. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, technische Schwachstellen zu erkennen und das Warnsystem weiterzuentwickeln.
Auch Bayern Regional News interessiert sich für die Erfahrungen seiner Leserinnen und Leser:
Hat Ihr Handy pünktlich Alarm geschlagen? War in Ihrer Gemeinde eine Sirene zu hören? Kam die Entwarnung an – oder blieb es vollständig still?
Schreiben Sie uns gerne, aus welchem Ort Ihre Rückmeldung kommt und über welchen Warnweg Sie erreicht wurden. Gerade Hinweise aus dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein können zeigen, wo die Warnung gut funktioniert hat und wo möglicherweise noch Verbesserungsbedarf besteht.
Bayern Regional News bleibt am Ball und berichtet über den Verlauf des Warntags sowie über mögliche Ausfälle oder Auffälligkeiten in unserer Region.