Müssen jetzt die Anwohner die Bäume gießen
4m 14s nachgedacht
„Gemeinsam könnt ihr mich retten“: Münchens Stadtbäume ringen nach dem Hitzesommer um Wasser
Zweisprachige Hilferufe an Kastanien in Obergiesing appellieren an die Nachbarschaft. Doch Fachleute machen deutlich: Eine einzelne Gießkanne genügt kaum. Gefragt sind koordinierte Hilfe, richtiges Bewässern und langfristig bessere Bedingungen für Stadtbäume.
Stand: 7. September 2026
MÜNCHEN/OBERGIESING – Ein Hintergrundbericht von Bayern Regional News
„Hilfe, ich verdurste“ – mit diesem ungewöhnlichen Hilferuf machen derzeit zwei Kastanienbäume in München auf ihre offenbar schwierige Lage aufmerksam. Natürlich sprechen die Bäume nicht selbst. Unbekannte haben an ihren Stämmen Schilder angebracht, die Passanten und Anwohner dazu auffordern, beim Gießen zu helfen.
Die Botschaft ist auf Deutsch und Türkisch formuliert. Dadurch soll offenbar ein möglichst großer Teil der Nachbarschaft erreicht werden. Der zentrale Appell lautet:
„Jede Kanne zählt. Gemeinsam könnt ihr mich retten.“
Die Aktion wirkt auf den ersten Blick ebenso sympathisch wie unkompliziert: Wer in der Nähe wohnt, bringt gelegentlich eine Gießkanne Wasser vorbei und unterstützt damit einen Baum, der unter Hitze und Trockenheit leidet.
Doch hinter den Schildern steckt ein deutlich größeres Problem. Stadtbäume müssen nicht nur hohe Temperaturen und ausbleibenden Regen verkraften. Sie stehen vielfach auf verdichteten, versiegelten oder räumlich stark begrenzten Flächen. Regenwasser kann dort oft nur eingeschränkt versickern, während Asphalt, Beton und Hausfassaden zusätzliche Wärme speichern.
Die beiden Kastanien in Obergiesing werden damit zu sichtbaren Symbolen einer Herausforderung, die längst zahlreiche deutsche Städte beschäftigt.
Nach einem Bericht der tz hängen die Schilder seit einiger Zeit an zwei Kastanien im Münchner Stadtteil Obergiesing. Wer die Hinweise angebracht hat und ob die Aktion mit der Stadt abgestimmt wurde, ist bislang nicht bekannt.
Ein außergewöhnlich heißer und trockener Sommer
Der Hilferuf kommt nicht zufällig. Deutschland erlebte 2026 einen außergewöhnlich warmen Sommer.
Nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes lag die bundesweite Durchschnittstemperatur bei rund 19,6 Grad. Damit war der Sommer 2026 nach Angaben des DWD der zweitwärmste seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.
Gleichzeitig fiel deutschlandweit erheblich weniger Regen als im langjährigen Mittel. Die Niederschlagsmenge lag bei etwa 171 Litern pro Quadratmeter. Das entsprach lediglich rund 72 Prozent des üblichen Sommerniederschlags. Hinzu kamen ungewöhnlich viele Sonnenstunden und längere Phasen mit großer Hitze.
Solche bundesweiten Durchschnittswerte sagen noch nicht aus, wie stark ein einzelner Baum an einem bestimmten Standort tatsächlich belastet ist. In Städten verschärft sich die Situation jedoch häufig zusätzlich.
Versiegelte Flächen verhindern, dass Niederschläge vollständig im Boden gespeichert werden. Oberflächen heizen sich auf, nachts kühlt die Umgebung weniger stark ab und die Feuchtigkeit verdunstet schneller. Zugleich konkurrieren Straßenbäume auf engem Raum mit Leitungen, Fundamenten, Straßenbelägen und anderer Infrastruktur.
Warum Stadtbäume besonders gefährdet sind
Ein Baum in einem Wald oder auf einer offenen Wiese verfügt normalerweise über einen wesentlich größeren durchwurzelbaren Bodenraum. Ein Straßenbaum muss dagegen oft mit einer kleinen Baumscheibe auskommen. Unter dem Pflaster oder Asphalt kann der Wurzelraum zusätzlich begrenzt oder verdichtet sein.
Wissenschaftliche Untersuchungen der Technischen Universität München zeigen, dass nicht allein Temperatur und Niederschlag über den Trockenstress eines Stadtbaumes entscheiden. Auch der verfügbare Wurzelraum und der Versiegelungsgrad rund um den Standort haben erheblichen Einfluss auf die Intensität des Wassermangels.
Besonders junge Stadtbäume reagieren empfindlich. Aber auch ältere Bäume können bei lang anhaltender Trockenheit an ihre Belastungsgrenze geraten – vor allem dann, wenn ihre Wurzeln nur eingeschränkt an Wasser gelangen.
Dabei erfüllen gerade große, ältere Bäume wichtige Aufgaben. Sie spenden Schatten, filtern Schadstoffe aus der Luft, bieten Lebensraum für Tiere und können ihre Umgebung durch Verdunstung spürbar abkühlen.
Ihr Verlust lässt sich nicht kurzfristig durch eine Neupflanzung ausgleichen. Ein junger Baum braucht viele Jahre, bevor er eine vergleichbare Krone, Kühlleistung und ökologische Bedeutung erreicht.
Rund 28.000 Liter Wasser im Jahr
Wie groß der Wasserbedarf eines ausgewachsenen Baumes sein kann, verdeutlicht eine Einschätzung von Prof. Dr. Thomas Rötzer von der Technischen Universität München.
Demnach benötigt eine Rosskastanie mit einem Stammdurchmesser von ungefähr 50 Zentimetern unter Münchner Bedingungen im Laufe eines Jahres rund 28.000 Liter Wasser. Rötzer beschäftigt sich wissenschaftlich unter anderem mit dem Wachstum von Bäumen, klimabedingten Stressreaktionen und den Leistungen städtischer Vegetation.
Diese Zahl darf allerdings nicht missverstanden werden: Die 28.000 Liter sind nicht mit einer zusätzlich notwendigen Gießmenge gleichzusetzen. Ein großer Teil des Bedarfs wird normalerweise durch Niederschläge, gespeicherte Bodenfeuchtigkeit und die natürliche Wasserbewegung im Untergrund gedeckt.
In langen Trockenphasen kann diese Versorgung jedoch erheblich zurückgehen. Dann stellt sich die Frage, ob zusätzliches Gießen den entscheidenden Unterschied machen kann.
Grundsätzlich können auch ältere Bestandsbäume von zusätzlichem Wasser profitieren. Eine einzelne kleine Gießkanne ist bei einem großen Baum allerdings kaum mehr als ein Anfang. Wird nur die oberste Bodenschicht angefeuchtet, kann ein erheblicher Teil des Wassers verdunsten, bevor es die tiefer liegenden Feinwurzeln erreicht.
Die für die Wasseraufnahme wichtigen Wurzelbereiche liegen nicht nur direkt am Stamm. Bei vielen Bäumen erstrecken sie sich über weite Teile der Fläche unterhalb der Krone. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viel Wasser gebracht wird, sondern auch, wo, wann und in welcher Geschwindigkeit es in den Boden gelangt.
Gut gemeint – aber nur gemeinsam wirklich wirksam
Der Satz „Jede Kanne zählt“ besitzt vor allem eine starke soziale Wirkung. Er erinnert die Menschen daran, dass Stadtgrün nicht selbstverständlich ist und dass auch einzelne Bürger einen Beitrag leisten können.
Aus fachlicher Sicht ist eine unkoordinierte Folge vereinzelter kleiner Wassergaben jedoch nicht die effektivste Lösung. Sinnvoller wäre es, wenn sich mehrere Anwohner abstimmen und in größeren zeitlichen Abständen eine ausreichend große Wassermenge langsam auf die Baumscheibe geben.
Dadurch hat das Wasser eine bessere Chance, tiefer in den Boden einzudringen. Häufige, aber sehr oberflächliche Wassergaben können dagegen dazu führen, dass nur die oberen Zentimeter des Bodens feucht werden.
Eine organisierte Gießgemeinschaft könnte beispielsweise festhalten, wann ein Baum zuletzt versorgt wurde, wer die nächste Bewässerung übernimmt und ob bereits eine größere Wassermenge ausgebracht worden ist. So ließen sich unnötige Doppelarbeit und lange Versorgungslücken vermeiden.
Auch die Initiative Green City empfiehlt nach dem vorliegenden Bericht, Nachbarschaften zu organisieren, statt lediglich gelegentlich einzelne Kannen zu verteilen. Eine geeignete Bepflanzung offener Baumscheiben könne zusätzlich dabei helfen, den Boden zu beschatten und die Verdunstung zu reduzieren.
So sollten Bäume bei Trockenheit gegossen werden
Wer einen Baum im öffentlichen Raum unterstützen möchte, sollte einige grundlegende Hinweise beachten:
- Morgens oder abends gießen: In den kühleren Tageszeiten verdunstet weniger Wasser als in der Mittagshitze.
- Seltener, dafür gründlicher bewässern: Eine größere Wassermenge in angemessenen Abständen erreicht eher die tieferen Bodenschichten als täglich nur wenige Liter.
- Wasser langsam ausbringen: Fließt das Wasser zu schnell, läuft es möglicherweise über Pflaster und Straßenrinnen ab, bevor es versickern kann.
- Nicht ausschließlich direkt am Stamm gießen: Die aufnahmefähigen Feinwurzeln befinden sich überwiegend im Boden unterhalb und am Rand der Krone.
- Offene Bodenflächen nutzen: Wasser sollte möglichst dort eingebracht werden, wo es tatsächlich versickern kann.
- Regenwasser verwenden, wenn es verfügbar und sauber ist: Gesammeltes Regenwasser schont die Trinkwasserreserven.
- Örtliche Vorgaben berücksichtigen: Bei behördlichen Einschränkungen oder besonderen Trockenlagen müssen die geltenden Regeln beachtet werden.
- Im Zweifel abstimmen: Bei öffentlichen Bäumen kann eine Rückfrage beim zuständigen Baureferat oder über eine offizielle Grünpatenschaft sinnvoll sein.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt bei größeren, älteren Bäumen während längerer Trockenphasen grundsätzlich ein durchdringendes Gießen am frühen Morgen oder späten Abend. Als grobe Orientierung nennt sie für große Bäume Wassermengen von etwa 80 bis 100 Litern bei einer gründlichen wöchentlichen Bewässerung.
Diese Größenordnung ist jedoch keine pauschale Vorgabe für jeden Straßenbaum. Baumart, Alter, Standort, Bodenbeschaffenheit, Wurzelraum und aktuelle Wetterlage können den tatsächlichen Bedarf erheblich verändern.
Wasser sparen und trotzdem Stadtgrün erhalten
Die Diskussion über das Gießen von Stadtbäumen besitzt in München 2026 eine zusätzliche Dimension. Mitte Juli hatte die Stadt wegen des hohen Trinkwasserverbrauchs und niedriger verfügbarer Ressourcen vorübergehende Einschränkungen angeordnet.
Der tägliche Verbrauch war zeitweise auf mehr als 360 Millionen Liter gestiegen, während er normalerweise bei rund 300 Millionen Litern lag. Die Stadt rief deshalb zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser auf. Eine Verlängerung der Beschränkungen über den 1. August hinaus war nach damaliger Einschätzung der Stadtwerke nicht erforderlich. Gleichzeitig kündigte München an, an einer längerfristigen Wasserstrategie zu arbeiten.
Damit entsteht ein schwieriger Interessenausgleich: Einerseits muss kostbares Trinkwasser verantwortungsvoll genutzt werden. Andererseits darf wertvoller Baumbestand nicht vertrocknen, denn gesunde Grünflächen helfen wiederum dabei, Hitze abzumildern, Wasser im Boden zu halten und die Lebensqualität in dicht bebauten Vierteln zu verbessern.
Die richtige Antwort kann deshalb kaum lauten, wahllos große Mengen Trinkwasser zu verteilen. Entscheidend sind gezielte Bewässerung, geeignete Zeitpunkte, gespeichertes Regenwasser und eine klare Priorisierung besonders gefährdeter Bäume.
Auch die Stadt München rät dazu, Gärten und Grünflächen bevorzugt morgens oder abends zu bewässern, seltener und dafür gründlicher zu gießen und – soweit möglich – Regenwasser zu verwenden. Mulch und geeignete Bodenbedeckung können zusätzlich die Verdunstung reduzieren.
München investiert in größere Baumgruben
Nach Angaben der Stadt werden neue Baumstandorte inzwischen stärker auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Dazu gehören besonders große Pflanzgruben und wasserspeichernde Substrate.
Moderne Baumgruben können laut Stadt je nach Bauweise bis zu 12.000 Liter Regenwasser aufnehmen. Dadurch soll Niederschlag nicht sofort in die Kanalisation abfließen, sondern möglichst lange im Wurzelbereich verfügbar bleiben.
Im Jahr 2024 entstanden auf öffentlichen Flächen nach städtischen Angaben rund 4.500 neue Bäume. Etwa 3.100 davon wurden durch das Baureferat gepflanzt, weitere ungefähr 1.400 gingen aus natürlichem Jungwuchs hervor. Im selben Zeitraum mussten rund 2.100 Bäume gefällt werden.
Zusätzlich verfolgt München ein Programm für 3.500 neue Baumstandorte. Mehr als 1.500 davon sollen auf zuvor versiegelten Straßenflächen entstehen. Für das Programm sind Investitionen von rund 52 Millionen Euro vorgesehen.
Seit 2026 sollen jährlich ungefähr 150 zusätzliche Straßenbäume gepflanzt werden. Dabei will die Stadt insbesondere robuste und möglichst klimaresiliente Arten einsetzen. Bis Anfang 2026 waren nach offiziellen Angaben bereits rund 1.400 Pflanzungen des Programms umgesetzt.
Solche Investitionen sind wichtig. Sie helfen den beiden bereits vorhandenen Kastanien in Obergiesing allerdings nur indirekt. Gerade der Schutz älterer Bäume bleibt eine eigene Aufgabe, weil ihr ökologischer Wert und ihre Kühlleistung nicht kurzfristig ersetzt werden können.
Grünpatenschaften als dauerhafte Lösung
Wer sich längerfristig um einen Baum oder eine Grünfläche kümmern möchte, muss sich nicht auf spontane Gießaktionen beschränken. München bietet sogenannte Grünpatenschaften an.
Dabei übernehmen Bürger nach Abstimmung mit der Stadt die Pflege geeigneter öffentlicher Flächen. Sie können beispielsweise Pflanzen setzen, Unkraut entfernen, Abfälle beseitigen und in Trockenzeiten bewässern. Die Eignung einer Fläche wird zuvor durch das Baureferat geprüft; teilweise stellt die Stadt Pflanzen oder Erde zur Verfügung.
An dem Programm sind neben mehreren städtischen Referaten auch Organisationen wie Green City und der BUND Naturschutz beteiligt.
Eine solche Patenschaft schafft klare Zuständigkeiten. Sie verhindert, dass sich an einem Tag zahlreiche Menschen um denselben Baum kümmern und anschließend über Wochen niemand mehr kommt.
Zugleich darf freiwilliges Engagement nicht dazu führen, dass die Verantwortung für öffentliche Bäume vollständig auf Anwohner übertragen wird. Bürgerhilfe kann die fachgerechte Pflege sinnvoll ergänzen. Sie kann regelmäßige Kontrollen, professionelle Baumpflege und eine vorausschauende städtische Bewässerungsstrategie jedoch nicht ersetzen.
Woran lässt sich Trockenstress erkennen?
Nicht jeder Baum mit einzelnen braunen Blättern ist automatisch akut vom Absterben bedroht. Dennoch gibt es Warnzeichen, die auf Trockenstress hindeuten können:
- ungewöhnlich frühe Gelb- oder Braunfärbung,
- trockene oder eingerollte Blattränder,
- vorzeitiger Blattfall,
- eine auffallend lichte Krone,
- abgestorbene kleinere Äste,
- nur geringe oder sehr kleine neue Blätter,
- Risse und stark ausgetrocknete Bereiche im Boden.
Nach Informationen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau können trockene Verfärbungen und leichte Schäden an den Blatträndern zu den ersten sichtbaren Reaktionen gehören. Bei stärkerem Stress kann ein Baum einen erheblichen Teil seines Laubes verlieren.
Allerdings können ähnliche Veränderungen auch durch Krankheiten, Schädlinge, Salzbelastung oder Verletzungen entstehen. Eine verlässliche Beurteilung sollte deshalb Fachleuten überlassen werden.
Wer einen deutlich geschädigten öffentlichen Baum entdeckt, sollte den Standort möglichst genau dokumentieren und die zuständige Stelle der Stadt informieren. Eigenmächtiges Beschneiden, Aufgraben oder Düngen kann zusätzliche Schäden verursachen.
Viele offene Fragen zu den Kastanien
Die Schilder in Obergiesing haben ihr wichtigstes Ziel bereits erreicht: Die Bäume werden wahrgenommen, über ihren Zustand wird gesprochen und das Thema Stadtgrün erhält öffentliche Aufmerksamkeit.
Dennoch bleiben Fragen:
- Wer hat die zweisprachigen Schilder angebracht?
- Wurde der Zustand der beiden Kastanien fachlich untersucht?
- Besteht tatsächlich akuter Wassermangel oder handelt es sich um eine vorsorgliche Aktion?
- Wie häufig und mit welchen Mengen werden die Bäume bereits gegossen?
- Ist die Versorgung mit dem zuständigen Baureferat abgestimmt?
- Könnte aus der spontanen Initiative eine organisierte Grünpatenschaft entstehen?
- Gibt es im näheren Umfeld weitere Bäume mit vergleichbaren Problemen?
Eine öffentliche Einordnung durch die Stadt könnte den Anwohnern helfen, ihre Unterstützung gezielt und wirksam einzusetzen. Denn Hilfsbereitschaft ist vorhanden – nun kommt es darauf an, sie sinnvoll zu organisieren.
Bayern Regional News meint
Der zweisprachige Hilferuf an den Kastanien ist mehr als eine ungewöhnliche Nachbarschaftsaktion. Er zeigt, dass die Folgen langer Hitze- und Trockenphasen inzwischen unmittelbar vor der eigenen Haustür sichtbar werden.
Die Menschen, die solche Schilder anbringen, übernehmen Verantwortung und schaffen Aufmerksamkeit. Dieses Engagement verdient Anerkennung. Gleichzeitig darf daraus keine stille Verschiebung öffentlicher Verantwortung entstehen.
Stadtbäume sind Teil der kommunalen Infrastruktur. Sie schützen nicht nur einzelne Straßenzüge, sondern verbessern das Klima ganzer Viertel. Ihre Pflege darf deshalb nicht davon abhängen, ob zufällig engagierte Nachbarn in der Nähe wohnen und genügend Zeit, Wasser oder Geld aufbringen können.
Gefragt ist ein gemeinsames Vorgehen: Die Stadt muss gefährdete Bäume erkennen, Prioritäten festlegen und langfristig für geeignete Standorte sorgen. Anwohner können diese Arbeit ergänzen, Beobachtungen melden, Patenschaften übernehmen und in abgestimmter Form beim Bewässern helfen.
Eine Gießkanne allein wird eine große Kastanie kaum retten. Viele Menschen, die planvoll handeln, können jedoch einen echten Unterschied machen.
Ihre Erfahrungen sind gefragt
Haben Sie in München oder anderen Orten Bayerns ebenfalls vertrocknete, auffällig verfärbte oder schlecht versorgte Stadtbäume entdeckt?
Gibt es in Ihrer Nachbarschaft bereits eine organisierte Gießgemeinschaft oder eine Grünpatenschaft? Haben Sie Erfahrungen mit der Zusammenarbeit zwischen Anwohnern und Kommunen gemacht?
Schreiben Sie Bayern Regional News. Teilen Sie uns möglichst den genauen Standort, das Datum Ihrer Beobachtung und – sofern möglich – ein aktuelles Foto mit. Bitte achten Sie dabei auf Persönlichkeitsrechte und fotografieren Sie keine erkennbaren Personen ohne deren Einverständnis.
Bayern Regional News wird die Entwicklung rund um die beiden Kastanien und den Umgang Münchens mit zunehmender Hitze und Trockenheit weiter begleiten.
Wir sammeln. Wir dokumentieren. Wir fragen nach. Wir bleiben dran.
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