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Scharlachbrücke vor Abriss

Landratsamt Geplante Mega-Baustelle an der A8 bei Walserberg: Abriss der Saalachbrücke und monatelange Behinderungen stehen bevor Während der morgendliche Berufsverkehr über den Grenzübergang Walserberg rollt, ahnen die wenigsten Autofahrer, welches komplexe Großprojekt hier unmittelbar vor der Realisierung steht. Die idyllische Landschaft entlang der A8 zwischen dem bayerischen Piding und der österreichischen Grenze steht vor einer tiefgreifenden Transformation. Der Auslöser: Die in die Jahre gekommene Saalachbrücke, ein zentrales Nadelöhr auf dieser bedeutenden europäischen Transitroute, muss einem Neubau weichen. Die Vorzeichen dafür sind bereits unübersehbar. Entlang der Fahrbahn haben umfangreiche Rodungsarbeiten stattgefunden – ein klares Indiz dafür, dass die Startphase des Großprojekts abgeschlossen ist. Diese vorbereitenden Maßnahmen schaffen Platz für Baustelleneinrichtungen, Umleitungen und die gewaltige Logistik, die ein solches Infrastrukturvorhaben erfordert. Der große Einschnitt beginnt im Sommer „Ab Sommer geht es dann so richtig rund“, lässt ein Sprecher der zuständigen Behörde durchblicken. Diese unscheinbare Formulierung bedeutet für zehntausende Pendler, Berufskraftfahrer und Urlaubsreisende konkret: monatelange massive Verkehrseinschränkungen. Die A8, Lebensader für den deutsch-österreichischen Grenzverkehr und eine der meistbefahrenen Autobahnen Süddeutschlands, wird zur Dauerbaustelle. Das Kernstück der ersten Bauphase ist der komplette Abriss der bestehenden Saalachbrücke. Dieser wird nicht im Handumdrehen geschehen, sondern einen minutiös geplanten und aufwändigen Prozess darstellen, der den Verkehr auf der wichtigen Strecke empfindlich stören wird. Es ist davon auszugehen, dass die Fahrbahnen in diesem Abschnitt einseitig gesperrt oder auf provisorische Trassen verlegt werden müssen. Engstellen und ein deutlich verringertes Tempo werden die Folge sein. Was die Autofahrer jetzt wissen müssen: 1. Lange Vorlaufzeit: Die Behinderungen werden nicht nur wenige Wochen, sondern über viele Monate andauern. Die Planungen deuten auf eine Gesamtbauzeit von mehreren Jahren hin, wobei die intensivsten Phasen mit den größten Umleitungen im kommenden Sommer beginnen. 2. Alternative Routen unter Druck: Natürlich werden offizielle Umleitungsstrecken ausgeschildert sein, voraussichtlich über die B20 oder andere Bundesstraßen. Diese sind jedoch bereits jetzt stark frequentiert und werden den Schwerlast- und PKW-Verkehr kaum schadlos aufnehmen können. Erhebliche Verzögerungen im grenzüberschreitenden Pendlerverkehr sind programmiert. 3. Frühzeitige Planung ist essentiell: Für regelmäßige Nutzer dieser Strecke wird es unerlässlich sein, Reisezeiten deutlich zu erhöhen, Fahrten outside der Hauptverkehrszeiten zu legen oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen – sofern möglich. 4. Informationen einholen: Die Verkehrsinformationsdienste von ADAC, ÖAMTC, im Radio sowie die offiziellen Kanäle der Autobahndirektion Südbayern und des österreichischen ASFINAG werden zur wichtigsten Informationsquelle für den aktuellen Baustellenstatus. Der Zeitplan (Stand Vorbereitungsphase): · Bis Frühsommer 2023: Abschluss aller vorbereitenden Arbeiten (Rodungen, Einrichtung der Baustellenlogistik). · Ab Sommer 2023: Beginn der Hauptbauarbeiten mit dem Abriss der alten Brücke und ersten Betonierarbeiten für den Neubau. Erste massive Verkehrseinschränkungen treten in Kraft. · Die Folgejahre: Schrittweise Errichtung des neuen Brückenbauwerks, anschließend vermutlich Ausbau und Erneuerung der angrenzenden Autobahnabschnitte. Das Projekt Saalachbrücke ist mehr als nur eine Brückenerneuerung; es ist ein Puzzle-Teil der großen Verkehrswende im Alpenraum. Die neue Brücke muss nicht nur den heutigen Verkehrsmengen standhalten, sondern auch für künftige Belange gewappnet sein. Doch der Weg dorthin wird für alle, die auf diese Achse angewiesen sind, ein herausfordernder werden. Die Stille vor dem Sturm an der A8 wird spätestens in wenigen Wochen endgültig verflogen sein.

Datum: 11.01.2026 Quelle: Bayregnews