Schulstart in Bayern
12m 21s nachgedacht
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Schulstart in Bayern: Große Freude bei den Kleinsten – doch auf dem Schulweg tragen die Erwachsenen eine besondere Verantwortung
Stand: 2. September 2026
Schultüte, neuer Schulranzen und ein Klassenzimmer voller unbekannter Gesichter: Für die Schulanfänger beginnt bald ein aufregender Lebensabschnitt. Damit die Kinder sicher ankommen, braucht es aufmerksame Eltern, rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer und gut organisierte Schulwege. Im Mittelpunkt stehen dabei auch die Elterntaxis und der Platz vor den Schuleingängen. Bayern Regional News blickt auf den bevorstehenden Schulstart und darauf, was Familien, Schulen und Gemeinden jetzt tun können.
Bayern/Berchtesgadener Land/Traunstein. Am Dienstag, 15. September 2026, beginnt in Bayern nach den Sommerferien wieder der Unterricht. Der letzte Sommerferientag ist Montag, der 14. September. Für die Kinder an den Grund- und Mittelschulen endet damit die Ferienzeit; für die Erstklässler beginnt ihre Schulzeit. Die konkreten Uhrzeiten und Abläufe der Einschulung sollten Eltern den Informationen ihrer jeweiligen Schule entnehmen. genui{"citation":{"ref":"turn3view0"}}
Für ein Kind kann dieser Morgen vieles zugleich bedeuten: Vorfreude auf neue Freunde, Stolz auf die eigene Schultasche, aber auch Unsicherheit vor einer fremden Umgebung. Wo ist mein Platz? Wer sitzt neben mir? Was passiert, wenn ich etwas nicht verstehe? Erwachsene sollten solchen Fragen Raum geben. Ein freundliches Gespräch und die Zusicherung, dass man nachfragen und Fehler machen darf, sind für diesen Start wertvoller als die Erwartung, vom ersten Tag an alles richtig zu machen.
Der erste Schultag verdient Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit. Am Vorabend können Familien alles bereitlegen und den Morgen ohne Zeitdruck planen. Dazu gehören Frühstück, Pausenverpflegung und ein gut sitzender Schulranzen. Dessen Gewicht sollte nach Empfehlung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zur Größe und Kraft des Kindes passen. genui{"citation":{"ref":"turn3view2"}}
Ebenso wichtig sind klare Absprachen: Wer begleitet das Kind? Wo findet die Begrüßung statt? Wann endet der Unterricht? Wer holt es anschließend ab? Gerade in den ersten Tagen sollten Familien diese Fragen konkret beantworten. Für das Kind muss verständlich sein, an wen es sich wenden kann, wenn eine Abholung anders läuft als vereinbart. Unklare Absprachen zwischen Erwachsenen sollten nicht dazu führen, dass ein Schulanfänger allein überlegen muss, was er nun tun soll.
Auch nach der Einschulungsfeier braucht der Übergang Geduld. Eltern können nach einem schönen Erlebnis fragen, gemeinsam die Schultasche durchsehen und zuhören, wenn etwas schwierig war. Falls ein Kind wiederholt große Angst vor dem Schulbesuch äußert, ist ein frühzeitiges Gespräch mit der Klassenleitung sinnvoll. Schule soll ein Ort werden, an dem das Kind Vertrauen fasst. Dazu gehört, seine Sorgen ernst zu nehmen und ihm gleichzeitig zuzutrauen, neue Aufgaben Schritt für Schritt zu bewältigen.
Wie wichtig ein sicherer Weg dorthin ist, zeigt die aktuelle bayerische Unfallbilanz. Nach Angaben des Innenministeriums wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 298 Schulwegunfälle erfasst; 359 Schülerinnen und Schüler wurden verletzt. Außerdem ereigneten sich zwei tödliche Schulwegunfälle. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 295 Unfälle und 332 Verletzte. Die Zahlen gelten für Bayern insgesamt. Welcher Anteil dieser Unfälle mit Elterntaxis zusammenhing, geht aus der veröffentlichten Mitteilung nicht hervor. genui{"citation":{"ref":"turn4view0"}}
Hinter diesen Zahlen stehen Kinder, Jugendliche und Familien. Sie unterstreichen, warum die Aufmerksamkeit zum Schulanfang über die Einschulungsfeier hinausreichen muss. Ein sicherer Schulweg ist eine tägliche Aufgabe – morgens auf dem Hinweg, nach Unterrichtsschluss und nach der Nachmittagsbetreuung. Eltern sollten die kommenden Tage nutzen, um sich den tatsächlichen Weg ihres Kindes genau anzusehen.
Kinder nehmen den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit erläutert, dass Kinder unter zehn Jahren Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht sicher einschätzen können. Auch die gleichzeitige Verarbeitung mehrerer Vorgänge und das Richtungshören sind noch unsicher. Wer ein Kind im Straßenverkehr begleitet, muss deshalb dessen Entwicklungsstand berücksichtigen. Dass es Verkehrsregeln aufsagen kann, bedeutet noch keine zuverlässige Anwendung in jeder überraschenden Situation. genui{"citation":{"ref":"turn5view3"}}
Für Eltern heißt Aufpassen deshalb: den Weg kennen, das Verhalten des Kindes beobachten und dort unterstützen, wo es Unterstützung braucht. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt, den Schulweg rechtzeitig auszuwählen und gemeinsam einzuüben. Dabei müssen die örtlichen Verkehrsverhältnisse berücksichtigt werden, damit das Kind nicht überfordert wird. Ob es später allein gehen kann, hängt auch von der Strecke ab. Eine ruhige Wohnstraße und eine unübersichtliche Querung einer stark befahrenen Straße stellen unterschiedliche Anforderungen. genui{"citation":{"ref":"turn4view2"}}
Bei der Routenwahl helfen vorhandene Schulwegpläne. Die Deutsche Verkehrswacht empfiehlt, den Hin- und Rückweg mehrfach gemeinsam zu üben, möglichst zu den späteren Schulwegzeiten. Schwierige Stellen werden einzeln besprochen. Nach einigen Übungsrunden übernimmt das Kind die Führung und erklärt, wo es anhält und worauf es achtet. genui{"citation":{"ref":"turn3view3"}}
Am Straßenrand sollte das Kind anhalten und sich sorgfältig nach beiden Seiten orientieren. Geeignete Ampeln und Fußgängerüberwege sind bewusst in die Route einzubeziehen, auch wenn das einen Umweg bedeutet. Erwachsene müssen diese Regeln selbst vorleben. Wer bei Rot hinübergeht, vermittelt dem Kind ein anderes Verhalten als mit jeder anschließenden Ermahnung. Beim gemeinsamen Gehen sollte das jüngere Kind auf der von der Fahrbahn abgewandten Seite bleiben. genui{"citation":{"ref":"turn7view3"}}
Zum Training gehören außerdem Situationen, die vom gewohnten Ablauf abweichen. Die Verkehrswacht nennt ausdrücklich defekte Ampeln, Baustellen und abgestellte Autos auf dem Gehweg. Eltern sollten mit ihrem Kind besprechen, welche sichere Alternative es dann gibt und wo es Hilfe bekommt. Ein eingeübter Weg muss erneut betrachtet werden, wenn sich seine Bedingungen ändern. Auch ein Kind, das die Strecke schon kennt, kann durch eine neue Baustelle plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung stehen. genui{"citation":{"ref":"turn1search1"}}
Der Wunsch, das eigene Kind zu schützen, darf vor dem Schultor keine neue Gefahr schaffen. Der ADAC warnt aktuell vor Fahrzeugkolonnen, riskanten Wendemanövern und unzulässigen Haltemanövern durch Elterntaxis. Dabei können andere Kinder und das eigene Kind gefährdet werden. Eine von ihm angeführte Befragung der ADAC Stiftung von 2025 ergab: Etwa jedes fünfte Grundschulkind fährt meist im Elterntaxi zur Schule. genui{"citation":{"ref":"turn3view1"}}
Besonders problematisch sind viele gleichzeitige Bringvorgänge auf engem Raum: Ein Fahrzeug hält, daneben steigen Kinder aus, ein anderes fährt an. Die Deutsche Verkehrswacht warnt zudem vor Gehwegen und Sichtachsen, die falsch abgestellte Autos versperren. Kinder müssen sich dann in einer unübersichtlichen Verkehrslage orientieren. genui{"citation":{"ref":"turn3view3"}}
Der Appell von Bayern Regional News ist deshalb deutlich: Bitte prüfen Sie, ob die tägliche Fahrt bis unmittelbar vor das Schultor wirklich nötig ist. Wer für das eigene Kind Sicherheit erwartet, sollte bei der Wahl seines Halteplatzes auch an alle anderen Kinder denken. Die eigene Eile darf nicht bestimmen, wie viel Platz ein Schulanfänger zum Gehen oder zum Überqueren der Straße bekommt.
Halte- und Parkregeln gelten auch beim Bringen und Abholen von Schulkindern. An engen oder unübersichtlichen Straßenstellen ist das Halten verboten; vor amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten ebenfalls. Für Elternfahrzeuge gibt es keine allgemeine Ausnahme, um Kinder in zweiter Reihe aussteigen zu lassen. Ein kurzer Aufenthalt macht einen unzulässigen Halt nicht zulässig. Wer aussteigt und sein Kind begleitet, sollte dafür einen erlaubten und geeigneten Parkplatz nutzen. genui{"citation":{"ref":"turn6search0"}}
Dabei braucht die Diskussion Augenmaß. Bei langen oder unsicheren Wegen kann eine Fahrt mit dem Auto erforderlich sein; darauf weist auch der ADAC hin. Ebenso verdienen Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf passende Lösungen. Sinnvoll sind dafür geprüfte Hol- und Bringzonen mit einem sicheren restlichen Fußweg. Wo es solche Elternhaltestellen gibt, sollten Familien sie nutzen. Wo sie fehlen, können Elternbeirat, Schule und Gemeinde gemeinsam prüfen, ob und an welcher Stelle sie eingerichtet werden können. genui{"citation":{"ref":"turn5view1"}}
Ein Absetzpunkt ist allerdings nur dann hilfreich, wenn das Kind von dort sicher weiterkommt. Unser Vorschlag: Den verbleibenden Weg genauso sorgfältig üben wie einen vollständigen Schulweg zu Fuß und jüngere oder noch unsichere Kinder begleiten. Ebenso sollte die Abholung an einem klar vereinbarten Ort stattfinden. Ein Kind sollte nicht zwischen mehreren wartenden Autos nach dem Fahrzeug seiner Eltern suchen müssen.
Bei jeder notwendigen Autofahrt gehört die passende Sicherung dazu. Nach § 21 der Straßenverkehrs-Ordnung brauchen Kinder, die unter zwölf Jahre alt und kleiner als 150 Zentimeter sind, im normalen Pkw grundsätzlich eine geeignete Kinderrückhalteeinrichtung. Das gilt auch auf kurzen Strecken. Bei Fahrgemeinschaften muss für jedes mitfahrende Kind ein zulässiger, passend gesicherter Platz vorhanden sein. Die Verantwortung beginnt bereits vor dem Losfahren. genui{"citation":{"ref":"turn6view0"}}
Eine Alternative für geeignete Strecken ist der Laufbus: Kinder treffen sich an vereinbarten Punkten und gehen begleitet zur Schule. Der ADAC beschreibt dieses Modell als Möglichkeit, sichere Mobilität und gemeinsames Unterwegssein zu verbinden. genui{"citation":{"ref":"turn3view1"}}
Unser Vorschlag für interessierte Eltern: Gemeinsam mit dem Elternbeirat eine kleine, verlässliche Gruppe aufbauen und die Begleitung verbindlich aufteilen. Dabei sollten Treffpunkte, Abmarschzeiten und eine Vertretung bei Ausfällen feststehen. Zum Anfang kann eine überschaubare Erprobungsphase vereinbart werden. Anschließend lässt sich besprechen, was gut funktioniert und was angepasst werden muss. Entscheidend ist, dass die Kinder jederzeit wissen, wer sie begleitet und an welche Vereinbarungen sie sich halten sollen.
Solche Absprachen können Familien entlasten und Kindern Gelegenheit geben, eigene Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln. Die Deutsche Verkehrswacht betont, dass Schulwegtraining Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen verlangt. Diese Vorbereitung ist eine Investition in Selbstständigkeit. Dabei sollte die Begleitung so lange bestehen bleiben, wie sie für das jeweilige Kind und seine Strecke notwendig ist. genui{"citation":{"ref":"turn5view0"}}
Eltern können den Fortschritt ganz praktisch beobachten: Hält das Kind von sich aus an? Bleibt es auch dann aufmerksam, wenn Freunde dabei sind? Erinnert es sich an den vereinbarten Weg? Kann es erklären, was es an einer schwierigen Stelle tun würde? Solche Fragen helfen bei der Entscheidung über den nächsten Schritt. Ein fester Kalendertag, ab dem jedes Kind allein gehen müsse, wäre dafür kein sinnvoller Maßstab.
Zum Schulstart gehören ausdrücklich auch die Kinder an den Mittelschulen, die aus den früheren Hauptschulen hervorgegangen sind. Die bayerische Mittelschule verbindet Allgemeinbildung, Persönlichkeitsentwicklung und Berufsorientierung und eröffnet unterschiedliche Abschlüsse. Für die neuen Fünftklässler bedeutet der Wechsel zunächst, in einer neuen Schulgemeinschaft anzukommen. Sie verdienen dabei dieselbe Aufmerksamkeit und Ermutigung wie Kinder an jeder anderen Schulart. genui{"citation":{"ref":"turn1search0"}}
Gerade beim Schulwechsel sollten Familien die Wegeplanung neu aufrollen. Unser Rat: Den Eingang, die Haltestellen, mögliche Umstiege und den Weg zur Betreuung vor Unterrichtsbeginn gemeinsam ansehen. Ein Kind kann den bisherigen Grundschulweg gut beherrscht haben und auf der neuen Strecke trotzdem Unterstützung benötigen. Auch Stundenplanänderungen und unterschiedliche Unterrichtsenden gehören in die Familienplanung. Für ältere Schüler sollte klar sein, wie sie bei einem verpassten Bus oder einer ausgefallenen Verbindung sicher nach Hause kommen.
Mit zunehmendem Alter verdient außerdem Ablenkung Aufmerksamkeit. Eine DGUV-Veröffentlichung zur Schulwegsicherheit behandelt ausdrücklich Risiken durch Smartphones und laute Musik beziehungsweise Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung. Für den Alltag empfiehlt sich eine klare Vereinbarung: An Querungen und während der Verkehrsteilnahme bleiben Blick und Aufmerksamkeit beim Verkehr. Wer eine Nachricht beantworten muss, bleibt dafür an einer sicheren Stelle stehen. Das Vorbild der Erwachsenen zählt auch hier. genui{"citation":{"ref":"turn4search1"}}
Erstklässler sollten noch nicht allein mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt dies frühestens nach der Fahrradprüfung im vierten Schuljahr. Auch danach bleiben die Fähigkeiten des Kindes und die konkrete Strecke entscheidend. genui{"citation":{"ref":"turn3view2"}}
Die bayerische Unfallversicherung empfiehlt ein verkehrssicheres Fahrrad, eine sicher befestigte Schultasche und einen Helm. Vor dem Schulstart sollten Familien deshalb Rad und Ausrüstung gemeinsam prüfen. genui{"citation":{"ref":"turn2search63"}}
An Bushaltestellen ist besondere Aufmerksamkeit nötig. Der ADAC empfiehlt, mit jüngeren Kindern den Weg zur Haltestelle sowie das Warten und Einsteigen zu üben. Zeitdruck, Toben und Gedränge sollten vermieden werden. Im Bus braucht es einen sicheren Sitz beziehungsweise festen Halt, wenn kein Sitzplatz vorhanden ist. Eltern sollten den gesamten Ablauf einmal mit ihrem Kind durchgehen und auch klären, an welcher Haltestelle es wieder aussteigen muss. genui{"citation":{"ref":"turn5view4"}}
Nach dem Aussteigen sollen Kinder laut bayerischer Unfallversicherung warten, bis der Bus abgefahren ist. Erst dann sollten sie an einer geeigneten Stelle mit freier Sicht und nach sorgfältiger Verkehrsprüfung die Straße überqueren. Eltern sollten ihr Kind niemals zum schnellen Herüberlaufen auffordern. genui{"citation":{"ref":"turn2search63"}}
Auch die übrigen Verkehrsteilnehmer sind gefordert. § 3 Absatz 2a der Straßenverkehrs-Ordnung verlangt gegenüber Kindern insbesondere eine angepasste Geschwindigkeit und Bremsbereitschaft, damit eine Gefährdung ausgeschlossen ist. Ein ausgeschildertes Tempolimit beschreibt eine Obergrenze; die konkrete Situation kann ein deutlich langsameres Fahren erfordern. Wer Kinder am Fahrbahnrand sieht, sollte mögliche unvorhersehbare Bewegungen einplanen und seine Aufmerksamkeit vollständig dem Verkehr widmen. genui{"citation":{"ref":"turn2search0"}}
Für Linienbusse und gekennzeichnete Schulbusse gelten an Haltestellen besondere Regeln: Nähert sich ein solcher Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht der Haltestelle, darf er nicht überholt werden. Steht er dort mit Warnblinklicht, ist das Vorbeifahren nur mit Schrittgeschwindigkeit zulässig. Das gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn. Fahrgäste dürfen weder gefährdet noch behindert werden; wenn nötig, muss gewartet werden. genui{"citation":{"ref":"turn4view1"}}
An Kreuzungen kommt die Gefahr durch schlecht einsehbare Bereiche großer Fahrzeuge hinzu. Die DGUV hat im Juni 2026 ausdrücklich vor dem toten Winkel gewarnt. Eltern sollten Kindern erklären, warum Abstand zu abbiegenden Fahrzeugen nötig ist. Gemeinsam beobachtete Verkehrssituationen können dabei helfen, die Gefahr verständlich zu machen. Zugleich müssen die Fahrenden aufmerksam abbiegen und dürfen sich nicht darauf verlassen, dass ein Kind ihre eingeschränkte Sicht einschätzen kann. genui{"citation":{"ref":"turn4view3"}}
Mit Blick auf die kommenden Herbstwochen gehört auch die Sichtbarkeit zur Vorbereitung. Auffällige Kleidung sowie geeignete leuchtende und reflektierende Bestandteile an Kleidung und Schultasche erleichtern es, Kinder wahrzunehmen. Darauf weist die DGUV in ihren Materialien zur Schulwegsicherheit hin. Familien sollten prüfen, ob solche Elemente tatsächlich sichtbar bleiben und beispielsweise nicht durch eine darüberhängende Tasche verdeckt werden. genui{"citation":{"ref":"turn4search5"}}
Bei aller Verantwortung der Familien müssen auch Schulen und Kommunen ihren Teil beitragen. Aus Sicht von Bayern Regional News sollten sie vor dem Schulstart prüfen, wo Kinder sicher queren können, ob Gehwege frei und nutzbar sind und wie Baustellen den Weg verändern. Zu einem verständlichen Verkehrskonzept gehören klare Informationen für Eltern ebenso wie sinnvoll platzierte Haltemöglichkeiten. Wo Regeln wiederholt missachtet werden, sollten die zuständigen Stellen gezielt handeln.
Schulweghelfer und Schülerlotsen leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Wer selbst mithelfen möchte, kann sich nach Angaben der bayerischen Unfallversicherung an Schule oder Gemeinde wenden. Ihr Einsatz verdient Unterstützung. genui{"citation":{"ref":"turn2search63"}}
Für die Erstklässler bringt das Schuljahr 2026/2027 außerdem eine wichtige Neuerung: Mit ihrem Jahrgang beginnt die stufenweise Einführung des Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildung und Betreuung. Nach Angaben des Kultusministeriums geht es grundsätzlich um acht Stunden täglich an fünf Wochentagen einschließlich der Unterrichtszeit. Die Nutzung ist freiwillig. Bei Betreuungsbedarf verweist das Ministerium auf den örtlich zuständigen Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Familien sollten die konkret vereinbarten Betreuungs- und Abholzeiten deshalb ebenso sorgfältig klären wie den Unterrichtsbeginn. genui{"citation":{"refs":["turn5view5","turn8search1"]}}
Der Blick auf den Nachmittag gehört damit ausdrücklich zur Schulwegsicherheit. Unser Anliegen ist, bei der Planung auch Wege zwischen Unterricht und Betreuung sowie den späteren Heimweg zu berücksichtigen. Wer morgens begleitet wird, braucht gegebenenfalls nachmittags dieselbe Unterstützung. Schule, Betreuung und Eltern sollten wissen, welche Absprachen gelten und wie Änderungen zuverlässig weitergegeben werden.
Gut zu wissen ist außerdem: Schülerinnen und Schüler sind grundsätzlich auch auf dem Weg zur Schule und zurück gesetzlich unfallversichert. Nach Angaben der DGUV kommt es dabei nicht auf das gewählte Verkehrsmittel an. Nach einem Schulwegunfall sollten Eltern die Schule informieren und bei der medizinischen Behandlung angeben, dass es sich um einen solchen Unfall handelt. Die Schule übernimmt dann die Meldung an die gesetzliche Unfallversicherung. genui{"citation":{"ref":"turn7view0"}}
Bayern Regional News bleibt bei der Schulwegsicherheit am Ball. Wir werden das Thema zum Schulstart und darüber hinaus weiter aufgreifen. Unser Blick richtet sich besonders auf das Berchtesgadener Land, den Landkreis Traunstein und die umliegende Region: auf nachvollziehbare Hinweise zu gefährlichen Situationen, auf die Organisation vor den Schulen und auf Maßnahmen, die den Kindern tatsächlich helfen.
Dabei interessiert uns auch, wo es bereits gut funktioniert. Eine verlässliche Begleitgruppe, eine sinnvoll angelegte Elternhaltestelle oder engagierte Schulweghelfer können anderen Familien und Schulen Anregungen geben. Bei konkreten Problemen wollen wir nachfragen, welche Stelle zuständig ist, was verbessert werden kann und ob angekündigte Maßnahmen umgesetzt werden. Bestätigte Entwicklungen werden wir in unserer weiteren Berichterstattung aufgreifen.
Unsere Leserinnen und Leser können dazu beitragen: Wie erleben Sie den Schulweg Ihres Kindes? Wo werden Gehwege blockiert? Wo fehlt eine sichere Querungsmöglichkeit? Welche Lösungen bewähren sich an Ihrer Schule? Für Hinweise sind der genaue Ort, die betreffende Schule, die Uhrzeit und eine sachliche Beschreibung besonders hilfreich. So lässt sich ein Problem gezielt überprüfen.
Zum neuen Schuljahr wünschen wir allen Kindern einen guten Start, Freude am Lernen und Menschen, die sie verlässlich begleiten. Den Erstklässlern wünschen wir einen ersten Schultag voller schöner Erinnerungen. Unser Appell an die Erwachsenen bleibt: Geben wir den Kindern Zeit, Aufmerksamkeit und einen sicheren Weg zur Schule. Die eigene Bequemlichkeit darf niemals wichtiger sein als ihre Sicherheit.
Bayern Regional News – Wir bleiben dran.
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